Posts tagged ‘Sonne’

August 22, 2013

[ Sonnenseele ]

Wenn die Seele die Sonne hat und die Sonne eine Seele… wieviel Liebe muss sie in sich tragen, um so hell zu Strahlen ?
Eine Seelenherz, das voll erfüllt ist von Liebe, dass ihm nichts Anderes mehr bleibt, als in einem unaufhörlichem Feuerleuchten in alle Himmelsrichtungen sich hinzugeben…

Bild

Schlagwörter: , , , ,
Februar 18, 2011

Kapitel 1. Der schlafende Drache [Auszug]

Eulengegurre. Sanft wachküssende Sonnenstrahlen, die sich durch die Holzlamellen des kaputten Rollos schleichen, um es sich auf meinem Bett gemütlich zu machen. Meinem Gesicht gefällt die sonnige Streicheleinheit. Es fühlt sich ungewöhnlich warm an für einen frühen Herbstmorgen und ich fühle mich erstaunlich wohl, wenn auch nicht mal richtig wach. Denn ich befinde mich gerade noch im Dämmerzustand. Der Zustand, in dem man sehr wohl wach ist, aber noch nicht angefangen hat darüber nachzudenken. Wie ich mich kenne, werde ich vermutlich versuchen weiterhin über nichts weiter nachzudenken, sobald ich anfange wacher zu werden. Ich nenne das den „hirnrissigen Geistesblitz“. Das Problem dabei ist, dass eben dieser Versuch schon ein gezielter Gedanke ist, der in Wahrheit erst den schlafenden Drachen zu wecken beginnt. Aber noch ist er ruhig. der Drache in meinem Kopf, der eine ganze Maschinerie an Gedanken und vor allem Sorgen in Gang setzen möchte, scheint in diesem Zustand selber noch zu schlafen. Gut so. Das kommt meinem Wohlbefinden zu Gute. Realisieren werde ich das erst später, aber das ist im Moment egal, denn für diese Augenblicke ist es, wie es ist. Angenehm. Ich weiß nicht mal, ob man in diesen Sekunden und Minuten Freude empfindet. Vielleicht ist auch meine Definition von Freude und Glück einfach nur miserabel. Es ist, als spiele alles keine Rolle. Die grüne Florfliege mit ihren schimmrigen Flügeln, die es sich auf meinem Kissen gemütlich macht, oder der ausbrennende Stern im benachbarten Sonnensystem, der seine letzten Atemzüge in Feuerstößen ins kalte All hinausatmet. Sie alle sind einfach nur da und tun nur, was sie können, ohne großartig darüber nachzudenken. Beneidenswert. Ob sie wohl Genuß erfahren, wenn sie es selber nicht wissen? Vielleicht wissen sie es ja und ich verstehe es nur einfach nicht.

„Einfachheit“.

Denke ich mir.

Aber es nützt alles nichts. Letztendlich öffnet der Drachen seine Augen doch. Irgendwann ist es soweit und aus dem anfänglichen Blinzeln werden weit geöffnete Pupillen, in deren Brennpunkt zufällig ich liege. Ich liege voll in seinem Fokus und was noch viel schwerwiegender ist – ich bin immer in seiner Reichweite. Ich merke sofort, wenn er auf mich runterblickt. Mit einem abschätzigen Blick wirft er mir ein hämisches Grinsen vor die Füße, um mich wissen zu lassen, dass er nun auch wach ist. Wenn er von dieser allmorgendlichen Begrüßung nicht mal wieder gelangweilt ist und mich einen Moment lang hoffen lässt, er würde mich ignorieren. Nein, das macht er nicht. Ein erstes schüttelndes Schnaufen, das meinen Kopf durchfährt – das bedeutet, er räkelt sich noch, ist selber noch halb im Dämmerzustand. Das verschafft mir wieder ein paar Minuten, um über Strategien nachzudenken, wie ich ihm aus dem Weg gehen kann. Er sieht mir dabei in aller Gelassenheit zu und lächelt sich schadenfroh in seine Pranken. Er hat keine Eile, er ist sich einfach unerschütterlich siegesgewiss, das hat er mir stets vorraus. So groß wie er ist, kann ich ihm nicht mal vorwerfen, auf einem hohen Ross zu sitzen. Er kann garnicht anders, als von oben auf mich herab zu blicken. Selbst wenn er seinen Kopf auf den Boden legen würde, wären seine Augen immer noch etwa einen Meter hoch über mir. Und er ist so von sich selbst überzeugt, dass alleine in seiner Aura zu stehen, mich an meinen eigenen Vorhaben zweifeln lässt. Irgendwann im Laufe des Tages wird auch er ganz wach sein und meine Bewusstheit wird sich mit Gewissheit mit seiner Bewusstheit verbinden und einen ungewollten Pakt schließen. Dann werden all meine Strategien zu einem artistischen Kunststück auf einem weit gespanntem Hochseil. Jeder falsche Schritt führt in meinen eigenen Abgrund, vor dem er mich retten wird. Er fängt mich auf. Aber nicht um mich zu befreien, er tut es, um mich wieder an dem Punkt abzusetzen, wo ich mein Kunststück begonnen habe. Wieder am Anfang des Drahtseils, um mich weiter ärgern zu können.

tbc…

September 22, 2010

Der Hierophant [Auszüge – Teil I]

Du hast Deine Konstante doch schon gefunden.

Wirft mir Wilhelm mit bestimmter Miene entgegen.

Deine Konstante trägst Du schon in Dir.

Er geht ans Fenster, seine Hände in die Hosentaschen vergraben und sieht hinaus, als würde er nach etwas Ausschau halten. Etwas, von dem er nicht genau weiß, was es ist, von dem er nur felsenfest überzeugt ist, dass es da ist und was ihn immer wieder gerne am Fenster hinausschauen lässt. Seine Haltung lässt mich vermuten, dass sein Blick weit über den Horizont geht, hin zu einem unbestimmten Punkt in der Ferne. Fast schon scheint er mir ein bisschen wehleidig oder sehnsüchtig in diesem Augenblick, so als denke er an etwas Vergangenes. An etwas, das er mal verloren hat, oder vielleicht erst nie gefunden. Es ist, als könnte ich seine Gedanken lesen , als stünde ich mit ihm da an seinem Lieblingsfenster mit dem Ausblick ins Unendliche dieser Welt, das sich doch nur immer im Endlichen jedesmal offenbart. Ich weiß es. Was er mir sagen will. Ich weiß es selber. Aber ich habe kein Wort dafür in diesem Moment. Ich möchte auch keines haben. Erspüren möcht´ ich es, nicht benennen, denn was können Worte schon ausdrücken? Viel lieber möchte ich, dass mein Bauch es verschlingt, es verzehrt, dass es sich dann in meinem ganzen Körper ausbreitet und unter meiner Haut brennt. Ja, ich will daran verbrennen, damit ich es ganz begreifen kann. Worte spürt man nicht, wenn sie nicht wie Feuer sind. Ich will kein Wort, dass sich in meinen Verstand einnistet und dort sein Unwesen treibt. Das sich dort vergräbt und sich nach Lust und Laune bis zur Unkenntlichkeit immer wieder selber umbenennt. Mit neuen Namen erfindet und sich davon erhofft, sich all meinem guten Vorsätzen zu entziehen. Ist das nicht eigentlich der Grund, warum ich die meisten Dinge nicht beim Namen nennen möchte?

Unmöglichkeit.

dringt vom nun in blutroter Abendsonne getränktem Fenster durch den Raum und durchschneidet mir den roten Faden der exquisiten, bittersüssen Selbsterkenntnis mit übertriebener Direktheit. Unmöglichkeit dringt in meinen Bauch und dann in alle Stellen meines Körpers, die brennen können. Wilhelm steht immer noch vor dem Fenster, zu sehen ist nur sein Umriss, der sich wie im Zeitraffer immer schwärzer färbt, je härter das Feuerrot sich durchs Fenster in meine Augen brennt. Während seine Worte durch mich rauschen und mein ganzer Körper an Festigkeit verliert, senken sich meine Blicke allmählich in Richtung Delirium. Nicht nur brennen muss ich, mir auch noch selber dabei zusehen, wie hilflos ich in den Flammen kauere. So sollte es sein. Meine Augen färben sich rot und ergießen sich in einem Versuch das Feuer zu löschen.

Unmöglichkeit. Das ist Deine Konstante.

November 18, 2009

Sonne der Nacht

An den Mond

Füllest wieder Busch und Tal
Still mit Nebelglanz,
Lösest endlich auch einmal
Meine Seele ganz;Breitest über mein Gefild
Lindernd deinen Blick,
Wie des Freundes Auge mild
Über mein Geschick.

Jeden Nachklang fühlt mein Herz
Froh- und trüber Zeit,
Wandle zwischen Freud‘ und Schmerz
In der Einsamkeit.

Fließe, fließe, lieber Fluß!
Nimmer werd‘ ich froh;
So verrauschte Scherz und Kuß
Und die Treue so.

Ich besaß es doch einmal,
was so köstlich ist!
Daß man doch zu seiner Qual
Nimmer es vergißt!

Rausche, Fluß, das Tal entlang,
Ohne Rast und Ruh,
Rausche, flüstre meinem Sang
Melodien zu!

Wenn du in der Winternacht
Wütend überschwillst
Oder um die Frühlingspracht
Junger Knospen quillst.

Selig, wer sich vor der Welt
Ohne Haß verschließt,
Einen Freund am Busen hält
Und mit dem genießt,

Was, von Menschen nicht gewußt
Oder nicht bedacht,
Durch das Labyrinth der Brust
Wandelt in der Nacht.

Johann Wolfgang von Goethe