August 30, 2014

Siobhán

Siobhán (irische Aussprache [ˈʃɪwaːn̪ˠ] oder [ʃəˈvˠaːn̪ˠ], englische Aussprache [ʃəˈvɔːn)] bzw. Siobhan ist ein weiblicher irischer Vorname. Er ist ursprünglich abgeleitet aus dem Hebräischen und bedeutet „Gott ist gnädig“.

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Juli 18, 2014

[ Schizophrenonie ] – Der Hierophant – Auszug 5

„Wissen Sie, was Schizophrenie eigentlich ist?
Schizophrenie ist die Angst Gottes davor allein im Universum zu sein.

Weil das die Wahrheit ist. Gott ist ganz und gar allein und als er angefangen hat darüber nachzudenken, ist er explodiert. Das war der Urknall. Gott hat sich nicht nur in verschiedene Persönlichkeiten aufgespalten, sondern gleich in alle Bestandteile des gesamten Kosmos. Das ist die Urangst. Also verstehen Sie, dass wir beide hier sitzen entspricht in Wirklichkeit nicht ganz der Wahrheit. Das hier ist ein Traum. Wir sind eigentlich im Dauerzustand eines unendlichen Traumes, der allerersten Seele. Der Urseele. Merken Sie nicht auch, wie alles ur zu werden beginnt?
Erst neulich aß ich Ur-Pasta. Ich habe keine Ahnung, was das eigentlich sein soll, Sie etwa?
Der Urknall, die Urseele, die Urangst, der Urschmerz, das Urherz, der Urheber, die Urmakrele.

Sie lauschte meiner Erzählung.

„Wir sind eigentlich im anhaltenden Dauerzustand eines Traumes.“
Fuhr ich fort.

„Und wie wir ohne Zweifel feststellen können, ist der Schöpferträumer mit einer Menge Fantasie gesegnet worden. Er hat uns alle in all unserer Komplexität erdacht und er hat mich in all meinen wahnwitzigen Einzelteilen erträumt. Und dann nahm er all das, all diese ziellos umherschwirrenden Elementarteilchen und schusterte daraus eine enorm große Matschepampe, die zu allem Überfluß nicht einmal matschig ist, nur pampig werden möchte man ihm gegenüber angesichts dieses irrsinnigen Unterfangens.“

Ich hatte mich in Rage geredet.

Mit meinem üblichen Blick der Überzeugung sah ich sie an. Sie schien selber etwas zwiegespalten, wenn sie doch auch kurz schmunzelte über die wildgewordenen Worte. Ihre Augen versuchten vor mir zu verstecken, was ihr ganzes Wesen wie einen Blitz durchfuhr. Sie kniff sie etwas zusammen, so als könne das, was nun in ihr war, nicht mehr nach aussen sichtbar werden.

„Keiner hätte das hellste aller Sonnenlichter in der schwärzesten aller Mitternachtsrosen vermutet, doch genau dort hat er es versteckt. Genau dort haben wir es aufbewahrt. Sehen Sie in die Augen eines Menschen. Sehen Sie wirklich hinein. Was sehen Sie? Nichts als schwarz. Sie fallen in die Tiefe, dort ist kein Halt, kein Morgen, keine Sonne, alles verdunkelt sich und sie fragen sich, wie sie hier gelandet sind. Aber egal wo Sie fallen, sie können nur im Vertrauen landen.“

Ihr Name war…
Eigentlich unsagbar.

 

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Dezember 6, 2013

Davon schreiben . . .

Was Du siehst sind Worte, die ihren Zusammenhalt verlieren. Ein zeit- und raumloses Wort. Ein wort- und zeitloser Raum. Ich fing irgendwann an zu denken, dass es törricht sei, den Raum der zwischen allen Dingen ist, mit dieser Unsäglichkeit zu füllen. Jetzt merke ich, dass das einzig törrichte nur sein kann, es nicht zu versuchen. Dieser Raum… Das war immer, was mich überhaupt erfüllte. Ich erträumte es und gerade weil ich das tat, kam es auch so zu mir… Ich hielt es frei und… leer und… schön. Es schmiegte sich und wob sich in mein Sein. Es zuckte und es zog sich… genau wie Dein Hals, der Neugierige. Dein süsser kleiner Hals. Mit jeder Berührung hab ich ihn entführt. Die Worte sind lose, das eine könnte das andere sein. Es gäbe, es könnte, es würde… an Deinem Hals fügen sie sich wieder zusammen, ohne erdacht, gerochen, gemalt oder gesagt worden zu sein. Es muss eine Fügungsschmiede sein. Ja, das ist es. Es möchte so sein. Niemand könnte es erklären. Es möchte einfach so sein. Wie könnte ich etwas Mögendem widersprechen ? Ich wäre ein großes Unvermögen, würde ich das tun…

Ich menge so gern Unpassende in das Passable. Und noch einmal… wer will mir widersprechen? Auf Worten getragen… in Wortraumzeiten. Es gedeit und es möchte geboren werden. Und schon wieder… etwas zwischen den Zeilen, zwischen den Buchstaben, in dem Zwischenraum von einem Wort zum Anderen und immer wieder, etwas zwischen dem Wort und mir. Etwas von meinem Wort zu Dir. Etwas von dem Wort, das ich bin, zu den Worten, in denen Du bist. Das Wort ist… Wir sind… Du weißt. Sei still… Sei so still, wie Du bist, wenn ich es an Deinen Hals schreibe.

 

 

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September 2, 2013

[ Dunkelblau ]

Du sprichst zu mir, wie ein Wal, der auf einem Felsen gestrandet liegt. Dieser Wal hat irgendwann angenommen, der Felsen sei sein Zuhause. Zu lange schon hatte er sich seine Schuppen an dem rauen Stein aufgeschürft, sich hin und hergeschurbelt und wunderte sich immer weniger über die eigene Schwerfälligkeit bei jeder seiner Bewegungen. Ja, komm jetzt, Wal… Die Welle, die Dich hierhin getragen und vergessen hat, Dich wieder mitzunehmen, ist längst nicht mehr da. Das Wasser hat sich zu weit zurückgezogen. Dieses Meer und dessen Salz wirst Du nicht mehr schmecken. Jetzt, wo ich vor Dir stehe, Du schönes, großes Ungetüm – Du großes, schönes Urwesen, spürst Du wie die Sonne Deinen Leib verzehrt. Dein Blick richtet sich nach oben, als hättest Du eine neue Ahnung. Zuerst bereitet es Dir Schwierigkeiten, denn der Untergrund zeichnet rote Risse in Deine trockene Haut. Dann fällt Dir der Abschied vom Felsen immer leichter…. immer leichter und leichter. Da war nie Salz im Regen und da ist kein Salz in der Sonne, aber sie brennt immer weniger, je näher Du ihr kommst. Sie fühlt sich warm an. Nein, Du wirst das Meer nicht mehr sehen. Es ist voll mit Erinnerungen an Dich, aber Du wirst es vergessen haben. Leichtigkeit trägt Dich jetzt, nicht mehr das Wasser. Aus den Wolken über Deine Zunge… so schmeckt Salz jetzt. Du wirst es vergessen haben, also komm jetzt… Dunkelbau ist die Erinnerung. Dunkelblau ist meine Harpune. Der Ozean wird wie der Himmel schmecken.
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August 22, 2013

[ Sonnenseele ]

Wenn die Seele die Sonne hat und die Sonne eine Seele… wieviel Liebe muss sie in sich tragen, um so hell zu Strahlen ?
Eine Seelenherz, das voll erfüllt ist von Liebe, dass ihm nichts Anderes mehr bleibt, als in einem unaufhörlichem Feuerleuchten in alle Himmelsrichtungen sich hinzugeben…

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August 16, 2012

[ Vom Fliegen ]

Am See sitzt und liegt da so ein Goetheist im Gras. Die gleißende Sonne umschmeichelt wärmend und großzügig sein ganzes Wesen und kitzelt ihn bis tief in die Seelenzehenspitzen. Ein Schmetterling flügelt sich mit gekonnter Eleganz zwischen den tanzenden Blutsaugern hindurch, bishin zu ihm und grüßt einmal von ganzem Herzen das menschliche Dasein. Tauben flattern sich patschig und toll von Ast zu Ast in gewohnt holpriger Manier und bieten eine kuriose Show dar, die zum Schmunzeln einlädt. Amseln setzen zum gekonnten Landeanflug an und hopsen Tango um die Wette durchs hohe Gras, entführen den ein oder anderen Wurm zu einer Gratis Flugstunde. Geflügelte Ameisen verwechseln ihn mit einem Ameisenflughafen. Ein Rotkehlchen raschelt sich hinter ihm durchs Gebüsch, so garnicht ängstlich, aber mit einem verschmitzten Lächeln auf dem kleinen Schnabel.

Soviel haben sie alle zu erzählen und sprechen dabei kein einziges Wort.

Ein Goetheist lauscht trotzdem sehr gerne und denkt sich dabei:

 

Ja. Fliegen ist schön.

 

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August 14, 2012

[ Licht im Dunkel, Prometheus! ]

 

Bedecke deinen Himmel, Zeus,

Mit Wolkendunst!

Und übe, Knaben gleich,

Der Disteln köpft,

An Eichen dich und Bergeshöh’n!

Mußt mir meine Erde

Doch lassen steh’n,

Und meine Hütte,

Die du nicht gebaut,

Und meinen Herd,

Um dessen Glut

Du mich beneidest.

 

Ich kenne nichts Ärmeres

Unter der Sonn‘ als euch Götter!

Ihr nähret kümmerlich

Von Opfersteuern

Und Gebetshauch

Eure Majestät

Und darbtet, wären

Nicht Kinder und Bettler

Hoffnungsvolle Toren.

 

Da ich ein Kind war,

Nicht wußte, wo aus, wo ein,

Kehrt‘ ich mein verirrtes Auge

Zur Sonne, als wenn drüber wär

Ein Ohr zu hören meine Klage,

Ein Herz wie meins,

Sich des Bedrängten zu erbarmen.

 

Wer half mir

Wider der Titanen Übermut?

Wer rettete vom Tode mich,

Von Sklaverei?

Hast du’s nicht alles selbst vollendet,

Heilig glühend Herz?

Und glühtest, jung und gut,

Betrogen, Rettungsdank

Dem Schlafenden dadroben?

 

Ich dich ehren? Wofür?

Hast du die Schmerzen gelindert

Je des Beladenen?

Hast du die Tränen gestillet

Je des Geängsteten?

Hat nicht mich zum Manne geschmiedet

Die allmächtige Zeit

Und das ewige Schicksal,

Meine Herren und deine?

 

Wähntest du etwa,

Ich sollte das Leben hassen,

In Wüsten fliehn,

Weil nicht alle Knabenmorgen-

Blütenträume reiften?

 

Hier sitz‘ ich, forme Menschen

Nach meinem Bilde,

Ein Geschlecht, das mir gleich sei,

Zu leiden, weinen,

Genießen und zu freuen sich,

Und dein nicht zu achten,

Wie ich!

 

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Mai 15, 2012

[ nihilo setius ]

Wenn Du an das Wahre, Gute und Schöne glaubst, gibst Du ihm einen Boden, auf dem es wachsen und gedeien kann. Und wenn Du dann Dich weigerst, mit dem Glauben aufzuhören, erweckst Du es zum Leben.

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April 9, 2012

Von der Freude, schöner Götterfunken

Die Freude ist das immerwährende Band, welches uns von Augenblick zu Augenblick trägt. Seine Wahrhaftigkeit erscheint uns oft verschleiert und ungewiss und doch trägt es uns irgendwo unter unseren Menschenfüßen, wie eine unsichtbare Brücke. Sie hat verschiedene Formen und Farben und in ihrer letzten Instanz nennen sie manche die Hoffnung. Und diese trägt uns wieder zurück zu ihrem Ursprung. Dieser Weg ist die immerwährende Vorfreude auf das, was garantiert immer wieder vor uns liegen wird und darauf wartet, immer wieder aufs Neue entdeckt zu werden. Es ist die Freude, die uns mit ihrer Vorfreude erwartet. Es ist die Rückverbindung zu dem Teil, den wir verloren glaubten. Und dort am Ende dieser Brücke, auf fruchtbarem Boden, den Du sehen, riechen, schmecken und fühlen kannst, wartet sie auf Dich. Sie schenkt Dir den ersten Sonnenstrahl nach einer langen Reise. Sie wärmt Dein Herz und liest Dir von den Lippen und dann spielt sie ihre Lieder in Deiner Seele. Damit Gott sich am strahlenden Gesichte des Menschen Antlitz erfreuen kann. Und als allumfassendes Sein wartet er, wartest Du darauf, Dein Lächeln durch seine und durch ihre Augen zu sehen.

April 4, 2012

Beinhalten

Ich trage das Nachdenken, schreite durch die Stille. Der Ort, von dem aus sich alles auszuformen beginnt. Der luftleere Raum, eine schalldichte Kabine. Obwohl jede Beschreibung dieses Ortes dem Tatsächlichen nicht mal ansatzweise gerecht würde. Von dort aus, in der Stille des Seins, sprießen die Samen der Ideen, dort wächst der Geist aus der Seele heraus und lässt seine Pranken einen Weg in unsere Welt bahnen. Weil die Seele so leise ist, sie ist nicht einmal ein Flüstern. Sie ist kein Wort und kein Gedanke und nichts, was ich mit Worten festhalten könnte. Deshalb ist sie so schwer ausfindig zu machen. Nicht in den Worten hält sie sich auf, eher liegt sie zwischen den Zeilen verborgen. Geborgen. Ein Ort an dem jede Bewegung, jede Absicht und jede Regung mit Gleichmut nur erlebbar wird. Und Du, Besucher, so Du hier eintrittst, lege all Dein Gepäck ab. Lass mich Dir ein Deinen Rucksack abnehmen.

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